Teil 11: Leasingrückgabe

Nun ist es vollbracht. Ich habe mein inzwischen eigentlich echt geschätzes Auto wieder abgegeben. Auch die Endabrechnung habe ich bereits erhalten, sodass Sixt und ich nun wieder getrennte Wege gehen. Dieser Beitrag wird etwas länger da ich versuche die komplette Rückgabe zu schildern. Dabei weiße ich darauf hin dass dies ein Erfahrungsbericht meines Sixtleasings ist. Gerade Fristen und Gebühren können sich jederzeit ändern, diese teilt Sixt jedoch immer mit.

Die Ankümdigung zur Rückgabe

Etwa 3 Monate vor dem Vertragsende bekommt man von Sixt eine Mail „Vertragsende Ihres Sixt Neuwagens nähert sich„. Die Mail beinhaltet mehrere interessante Informationen. Zum einem wird aufgezeigt wie die Rückgabe abläuft:

  1. 3 Monate bis zum Vertragsende

    Jetzt ist es an der Zeit sich mit der Rückgabe zu befassen. Sind alle Dokumente da (HU Prüfbericht, Serviceheft, etc…). Sollte was fehlen hat man noch genug Zeit diese jetzt zu besorgen.
    Außerdem empfiehlt Sixt sich nun auch um Schäden am Fahrzeug zu kümmern. Laut Sixt solle man alle Schäden melden, damit diese mit der Versicherung noch geklärt werden können. Ansonsten werden diese Schäden bei der Rückgabe in Rechung gestellt. Mein Fahrzeug hatte mehrere kleine Lackschäden und Dellen. Ich entschied mich dagegen diese der Versicherung zu melden, da ich davon ausging dass mich die Selbstbeteiligung mehr kosten würde als ich bei der Rückgabe hätte zahlen müssen. Was ich dann wirklich zahlen musste erkläre ich weiter unten beim Gutachten.
    Möchte man das Fahrzeug kaufen sollte man sich auch jetzt darum kümmern. Ich hatte das nicht vor und kann daher dazu nichts berichten.

  2. 1 Monat bis zum Vertragsende

    Einen Monat vor dem Vertragsende müssen wir uns um das Gutachten kümmern. In dem Gutachten wird der Zustand des Fahrzeugs festgehalten. Das gilt dann als Basis für die Abrechnung die am Ende auf mich zukommt. Sixt schickt dazu ca 1,5 Monate vor Vertragsende eine Mail mit einem Gutachterauftrag. Diesen fülle ich aus und schicke es an den TÜV. Der TÜV bestätigt den Eingang, dann wird es erstmal ruhig, da der TÜV sich den Auftrag von SIXT bestätigen lassen muss, das dauerte bei mir 4 Tage. Nun meldet sich der TÜV Gutachter ungefähr eine Woche vor dem geplantem Gutachtertermin um einen konkreten Termin auszumachen.
    Das Gutachten kann deutschlandweit durchgeführt werden. Zu beachten ist jedoch dass Sixt verlangt dass das Fahrzeug spätestens 24h nach dem Gutachten bei Sixt abgegeben wird und das seit dem Gutachten maximal 250km gefahren werden dürfen. Zudem ist die Rückgabe nur an wenigen Sixt Stationen kostenfrei möglich. Diese Infos bekommt man jedoch alles per Mail vorab.

  3. 2 Wochen bis zum Vertragsende

    Ist der Gutachtertermin durch einen Anruf des Gutachters bestätigt rufen wir die in der Mail genannte Telefonnummer an um unseren Rückgabetermin bei Sixt zu vereinbaren. Der Anruf dauert nur 2 Minuten, außer dem Kennzeichen will der Sixt Mitarbeiter nichts weiter wissen. Der Rückgabetermin selbst darf maximal 2 Wochen vor Vertragsende sein.

Das Gutachten

Ich habe das Gutachten in München, genauer in Garching machen lassen. Das hatte vorallem zwei Gründe: In Garching bei München ist eine der Sixt Abgabe Stationen bei der das Fahrzeug kostenlos abgegeben werden kann. Nur wenige Hundert Meter entfernt ist die Filiale von TÜV Süd. Außerdem hatte ich beim Lesen von Erfahrungsberichten den Eindruck dass es bei den Gutachten die in München gemacht werden die wenigsten Beschwerden gab. Ich vermute das liegt daran dass die Gutachter in München den ganzen Tag nichts anderes machen als Sixt Gutachten (so erlebte ich es dann auch vor Ort) und entspechend routiniert sind. Gutachter an kleineren Standorten schätze ich so ein dass diese das nicht so oft machen und daher anders hinsehen. Das ist aber nur ein Verdacht. Dennoch kann ich sagen dass ich mit dem Gutachten aus München sehr zufrieden war.

Ich war also zum vereinbarten Termin vor der TÜV Halle und gab mein Fahrzeug ab. Der Prüfe wollte die Fahrzeugschlüssel, Inspektionsheft, Betriebsanleitung und den Fahrzeugschein sehen und fuhr dann mit dem Fahrzeug in die Halle. Ich durfte leider nicht mit, was evtl. an Corona lag. Es dauerte ca. 30 Minuten dann kam der Prüfer wieder raus und zeigte mir die Stellen die ihm aufgefallen waren. Es regnete leicht und obwohl ich mir sehr viel Mühe gegeben habe das Fahrzeug sowohl innen als auch außen zu reinigen, waren durch den Regen und die lange Anfahrt einige Regentopfen auf dem Lack. Ich bezweifle dass der Prüfer so alle Kratzer überhaupt finden konnte, er verzeichnete als „Prüfbedingungen“ auch nur „Ausreichend“, was aber eben ausreichend war und somit völlig okay. Letztendlich fand er typische Smart Repair Kratzer und Dellen die ich alle auf dem Schirm hatte. Zwei oder Drei Kratzer von denen ich noch wusste standen nicht im Prüfbericht. Ich habe mich darüber gefreut und nicht nachgefragt ob er diese nicht gesehen hat oder ob diese evtl. zu klein wären. Der Prüfer zeigt alle gefundenen Schäden worauf man den Prüfbericht auf einem Tablet unterschreibt.

Mich ärgerte nur ein Punkt: Die Bremsscheiben waren verrostet – weil das Fahrzeug zu lange stand wie mir der Prüfer erklärte. Ich hatte einen Full-Service Vertrag mit Sixt. Hätte ich mich also während des Leasingvertrags um die Reperatur der Bremsen gekümmert, hätte Sixt dafür gezahlt. Da ich das nicht habe, muss nun ich dafür aufkommen – immerhin 300 Euro! 400 weitere Euros wurden für die 4 gefunden Kratzer und kleinen Dellen, teilweise mit Lackschäden fällig. Zu diesem Zeitpunkt hat man jedoch noch keine Info darüber was die Positionen auf dem Gutachten kosten. Die Kosten für die Rückgabeschäden erfährt man erst eine Woche später per Mail (siehe unten).

Da ich mit dem Ergebnis zufrieden war ging das sehr schnell und keine 2 Minuten später war ich auf dem Weg zur Rückgabestelle.

An der TÜV Station traf ich auf ein Pärchen in einem blauen Lupo, zu dem Zeitpunkt wusste ich aber noch nicht dass wir uns auch gleich an der Rückgabestation nochmals sehen werden.

An der Sixt Rückgabe Station

Wie schon erwähnt habe ich mich für die Rückgabe Station bei München / Garching entschieden, da die Rückgabe dort kostenlos ist. Das hat damit zutun dass an dieser Station die Fahrzeuge auch direkt weiterverkauft werden. Ich musste in der Station kurz warten und konnte ein Telefongespräch eines Verkäufers mithören. Er machte gerade irgendeinen Autokäufer sehr glücklich und beherrschte sein Handwerk.

Dann kam ein Mitarbeiter von Sixt der mit mir zum Auto ging. Er prüfte nochmal ob das Auto sauber ist, ob alle Zubehörteile vorhanden sind und dann durfte ich das Rückgabeprotokoll wieder auf einem Tablet unterschreiben. Das Protokoll sollte wenige Minuten später mir per Mail zugestellt werden, was leider nicht passierte.

Der Mitarbeiter war auch wirklich nur für die Entgegennahme des Fahrzeugs zuständig, Detailfragen zur Rückgabe selbst oder zur Abrechnung konnte er gar nicht beantworten. Ich vermute fast dass ist Absicht.

So machte ich mich mit den öffentlichen Nah- und Fernverkehrsmitteln auf den Weg nach Hause. Unterwegs telefonierte ich nochmals mit Sixt da das Rückgabeprotokoll zwei Stunden später noch immer nicht per Mail kam. Man sicherte mir zu es unmittelbar rauszuschicken – eine weitere Stunde später kam es dann auch an.

Die Kosten

Sixt bucht die Leasingkosten im vorraus ab. Ich habe mein Fahrzeug am Monatsende abgegeben und bekam dennoch für den Folgemonat eine volle Rechnung. Ca. 7 Tage später kam dann die Endabrechnung zusammen mit dem TÜV Gutachten. Die Endabrechnung besteht aus mehreren Teilen:

  • EAL
    • 19 Euro Abmeldegebühr und 100 Euro Gutachtenkosten
  • MRE
    • Schlussrate
  • RKU
    • Rechnung über die Rückgabeschäden (700 Euro, siehe oben)
  • MRE2
    • Mietsonderzahlung wegen Mietvertragsverlängerung Corona-bedingt
  • EAB
    • Erstattung der Leasingrate die im vorraus für den letzten Monat bezahlt wurde

All die Kosten werden gegeneinander verechnet sodass nochmal ca 7 Tage später ein kumuliertes Zahlungsavis kommt in dem dann steht dass in 4 Tagen der offene Betrag abgebucht wird. Der Betrag wurde dann auch eingezogen, danach kam noch eine Mail zur Kundenzufriedenheit und seitdem geht Sixt und ich nun wieder getrennte Wege.

Mein Fazit

Ich bin nun 3 Jahre lang ein sehr schönes, voll ausgestattetes Auto gefahren und habe dafür relativ wenig Leasingkosten bezahlen müssen. Während des Leasings war Sixt für mich immer erreichbar und bot sogar an nötige Werkstatttermine für Inspektionen für mich zu vereinbaren.

Zum Ende hin machte ich mich unnötig nervös, da man im Internet auch sehr viel schlechtes über die Rückgabe liest. Ich putzte das Auto über mehrere Tage, überlegte ob ich alles Zubehör habe und welche Delle oder Kratzer wohl wie viel kosten würde. Horrorgeschichten dass für einen Kratzer auch schonmal 800 Euro aufgerufen wurden liesen mich unruhig werden.

Letztendlich war das jedoch alles unnötig. Die 400 Euro für die 4 Kratzer/Dellen sind völlig gerechtfertig. Die 300 Euro für die kaputten Bremsen ärgern mich, ist aber durch den Vertrag so gedeckelt und da ich eigentlich mit viel mehr Kosten gerechnet habe, bin ich letztendlich froh mit 700 Euro weggekommen zu sein.

Ich kann das Sixt Leasing also empfehlen. Man sollte dennoch mit dem Auto sorgsam umgehen, gerade mit Kindern könnte man den ein oder anderen Kratzer bis zum Laufzeitende mehr haben, was dann durchaus mal ein paar wenige Hundert Euro ausmachen kann.

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